(mxi) Die JFG Region Dietfurt. Vom unerwünschten Sprössling zum Musterschüler im Altmühltal. So oder so ähnlich lässt sich vielleicht die Entwicklung dieser Erfolgsgeschichte am kürzesten beschreiben. Die JFG Region Dietfurt. Das sind die drei benachbarten Vereine vom TSV Dietfurt, SV Töging und FSV Kottingwörth. Alle drei spürten die Auswirkungen des demographischen Wandels und der immer vielfältigeren Freizeitgestaltungsmöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen. Nachgewiesener Weise gibt es immer weniger Kinder die geboren werden; auch wenn sich die Zahl der Neugeborenen in den vergangen Jahren wieder leicht nach oben korrigiert hat. Zu den weniger Neugeborenen kommt dazu, dass die Kinder und Jugendlichen heutzutage ein viel breiteres Angebot an Freizeitmöglichkeiten haben, als dies noch vor 20 Jahren oder noch früher der Fall war. Zu dieser Zeit gab es bis auf Fußball nicht viel anderes was Kinder, vornehmlich sicher Jungs, in ihrer Freizeit gespielt haben. In Zeiten von PlayStation, Computerspielen, unzähligen Handyvariationen und anderen Sportarten ist es nicht immer einfach den Nachwuchs für den Fußball zu begeistern.

 

So hatten die drei regionalen Vereine auch Probleme eigene Nachwuchsmannschaften zu stellen. Aus der Not wurde so eine Tugend gemacht und dem Trend der Zeit entgegengewirkt. Hier sind sich die drei Vorstände der Vereine, Michael Weigl vom TSV Dietfurt, Peter Hackbarth vom SV Töging und Erwin Eibner vom FSV Kottingwörth einig. „Keiner der drei Vereine war langfristig in der Lage alle Jugendmannschaften zu besetzten. Das ist aber die Grundlage für den Seniorenbereich“, so Weigl. Auch Herbert Wolfsteiner, Vorstand der JFG Region Dietfurt sieht es wie Weigl: „Zum einen war die Anzahl der Kinder rückläufig und man hatte Sorge eventuell allein in den Stammvereinen bestimmte Altersklassen nicht mehr aufrechterhalten zu können. Zum anderen gibt es durch die Mehrzahl der Kinder wieder die Möglichkeit in den jeweiligen Jahrgängen leistungsgerecht zu trainieren und jeden einzelnen Spieler dadurch bestmöglich zu fördern.“

 

Federführend bei der Gründung war der inzwischen verstorbene Manfred Meixensberger. „Initiator und Gründungsvater war eindeutig Manfred Meixensberger vom TSV Dietfurt. Im haben wir (alle drei Vereine) es zu verdanken, dass dieses Vorhaben verwirklicht werden konnte. Er kümmerte sich um fast Alles. Angefangen von der Organisation, Planungen der Versammlungen, Erstellung einer Satzung bis hin als erster Vorstand der JFG. Der Manfred lebte die JFG“, so Weigl. Herbert Wolfsteiner pflichtet Weigl bei: „Manfred Meixensberger war bei der Gründung federführend und hob die JFG aus der Taufe.“ Federführend bei den anderen Vereinen waren laut Hackbarth „Herbert Wolfsteiner und Hans Stephan vom SV Töging sowie Günter Eibner vom FSV Kottingwörth.“

 

Die formelle Gründung der JFG dauerte nicht einmal ein Jahr. Obwohl der FSV anfangs etwas zögerlich agierte, stieß der Verein nach Bedenkzeit dennoch zum Projekt dazu. Nach verschiedenen Gesprächen der Vereine im Vorfeld, wurde sich am 27.02.2009 im Sportheim zu Töging getroffen und die drei Vereine besprachen die formelle Gründung sowie einen Termin für die Gründung. Der 16.03.2009 geht bei allen Vereinen als Gründungsdatum der JFG Region Dietfurt in die Geschichte ein. Erster Vorsitzender wurde Manfred Meixensberger.

 

Obwohl die Vereine an sich bei der Gründung schnell einig waren, war es nicht so einfach in den Vereinen an selbst Fürsprecher zu finden. „Vom aktiven Verein war die Unterstützung für die Gründung gut. Aber die Älteren und die Gründungsmitglieder waren anfangs schon stinkig. Ich hatte damals viel Ärger. Aber dies hat sich mittlerweile gedreht und die Lästerer von damals, finden die JFG inzwischen gut“, lässt Hackbarth wissen.

 

Heute ist die JFG eine Erfolgsgeschichte und die Meinungen darüber durchweg positiv. „Die JFG wird sehr positiv gesehen, da die Stammvereine dadurch auch näher zusammengewachsen sind und die JFG zwischenzeitlich auch schon mit einzelnen Mannschaften in der BOL (höchste Jungendklasse der Oberpfalz) spielte und jedes Jahr gut ausgebildete Jugendspieler in den Seniorenbereich wechseln“, so Wolfsteiner. Auch Weigl hat nur Lob übrig: „Die JFG hat sich in allen Belangen bewährt. Alle drei Vereine harmonieren hervorragend und arbeiten gut zusammen. Es hat bisher keiner bereut diesen Schritt zu gehen.“ Überhaupt ist die Zusammenarbeit der drei Vereine laut Hackbarth „sehr gut. Vor 25 Jahren hätte man an so etwas gar nicht gedacht.“

 

Wie sieht allerdings die Zukunft im Fußball aus? Müssen sich die Zuschauer auch darauf einstellen, dass prestigeträchtige Derbys zwischen dem TSV Dietfurt und dem SV Töging bald der Vergangenheit angehören? Der FSV Kottingwörth ist im Herrenbereich auch nicht mehr als eigenständige Mannschaft vertreten. Die Oberbayern bilden seit ein paar Jahren eine Spielgemeinschaft mit dem FC Paulushofen. Die Vorstände haben auch dazu eine klare Haltung. „Ich spreche hier aus Dietfurter Sicht. Ein Zusammenschluss auch im Herrenbereich, ist aus unserer Sicht durchaus denkbar. Die Rivalitäten aus früheren Tagen sind Geschichte. Dazu hat auch die JFG beigetragen. Man respektiert sich, arbeitet und unterstützt sich wo es möglich ist, “ so Weigl vom TSV. Auch für Hackbarth ist die möglich, „aber zum heutigen Zeitpunkt kann ich es mir für Töging und Dietfurt nicht vorstellen. In einigen Jahren aber ist es durchaus denkbar.“ Erwin Eibner vom FSV Kottingwörth sagt dazu: „Der Spielermangel im Jugendbereich wird sich auch im Herrenbereich bemerkbar machen bzw. ist schon spürbar daher durchaus für die Zukunft denkbar.“

 

Zum 10. Geburtstag der JFG Region Dietfurt ist eine Feier geplant. Am Freitag, 07. Juni findet im Sportheim Töging eine gemeinsame Feier aller Mannschaften statt. Dann werden sicher einige Anekdoten der letzten zehn Jahre besprochen und dem Gründervater, Manfred Meixensberger, gedacht.